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Immolation, 26.03.2008

Osnabrück - Bastard Club
Support: Melechesh, Goatwhore & Sickening Horror


Kollege Marco wusste es bereits Anfang 2007: Winter + Bastard Club = kaltes Konzert-Erlebnis! Macht nix, jedenfalls hat es nachts nicht mehr gefroren. Da muß die gute alte Lederjacke wieder mit und auf zu einem Abend gepflegtem Geballer. Komisch nur, daß diesen nicht unbedingt viele Herrschaften sehen wollen. Der Vorverkauf meldete 15 Karten (für das Konzert morgen mit Rotten Sound zumindest das Doppelte) und erschienen sind genau 64 Zahlende.


Den Anheizer mimen heute Sickening Horror, ein Death Metal Trio aus Griechenland, die sich redlich mühen und sich mit ihrem technischen blast-angereichertem Todesstahl in Fadenrichtung von Hate Eternal Achtungsapplaus erarbeiten. Leider nimmt der Gig nach 20 Minuten ein jähes Ende, da bei Sänger/Gitarrist George Antipatis eine Saite reißt und weit und breit weder eine neue Saite, noch eine passende Ersatz-Gitarre zu finden ist. Schade!

Danach bricht über die Anwesenden das erste Gewitter in Form der Südstaatler von Goatwhore herein. Ein musikalisches Inferno in einer rücksichtslosen Darbietung. Death Metal, Black Metal, Doom, Grindcore, Hardcore - mischt es zusammen und nehmt den unverkennbaren New Orleans Einfluss dazu und ihr habt Goatwhore. Mehr Action gibt es zwar trotzdem nicht vor der Bühne aber man hat schon das Gefühl, als wenn der Eine oder Andere gebannt zu würdigen weiß, was das Quartett hier abzieht. Dreh- und Angelpunkt des Geschehens ist ein ausdrucksstarker und immer in Bewegung befindlicher Ben Falgoust am Mikro, dem man die Authenzität zu jeder Sekunde abnimmt. Diese Band hat bei ihrem ersten Deutschland-Trip eine starke Visitenkarte abgegeben.

Goatwhore (Foto: sw) 



Danach freue ich mich wirklich auf die Black Metaller von Melechesh und bekomme auch noch mit, wie angenehm duftende Räucherstäbchen auf den Monitorboxen platziert werden. Das war dann aber auch alles, da nun das Interview mit Goatwhore's Ben ansteht und der Mann so viel zu erzählen hat, daß ich genau zu den letzten fünf Tönen des Melechesh-Rausschmeißers "Rebirth of the nemesis" wieder den Club betrete. So kann es gehen. Der Set muß aber gut gewesen sein, da der Beifall doch recht stark ausfällt. Beim nächsten Mal klappt es dann aber.

Was soll ich danach noch viel zu Immolation sagen. Die Band zieht eine Stunde lang alle Register ihres Könnens. Sie gehören definitiv mit zu den großen Überlebenden der alt-amerikanischen Death Metal Szene der 90er und haben treue Fans, die man am Bühnenrand sogar teilweise Texte mitgrunzen sieht. Kult. Musikalisch werden ohnehin kein Kompromisse gemacht und man spürt förmlich die ureigene unheimliche Atmosphäre, die von ihrem Material ausgeht. Ein würdiger Headliner mit einem wie immer völlig abseits aller Fromate performenden Robert Vigna. Daß der Mann aufgrund seines "Körpereinsatzes" überhaupt fehlerfrei Gitarre spielt, grenzt fast an ein Wunder. Den Fans hat es gefallen und nur das zählt. Es hätten bloß - wie bereits erwähnt - ein paar mehr sein dürfen.

Immolation (Foto: sw) 



Text & Fotos: Siegfried Wehkamp