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Bleed From Within, 02.05.2010

Bochum - Matrix
Support: A Plumbers Nightmare, Words Of Farewell, Dead End



Der Bekanntheitsgrad von Bleed From Within aus Schottland hält sich hierzulande noch arg in Grenzen. Dazu drei eher unbekannte Vorbands, und das Ganze findet auf einem Sonntag direkt nach einem Feiertag statt. Keine guten Vorzeichen für ein volles Konzert.
Die drei Supportbands interessieren mich zwar nur bedingt, aber als unvoreingenommener und begeisterungsfähiger Mensch lasse ich mich immer wieder gerne positiv überraschen. Doch der Weg bis zum Auftritt von Bleed From Within ist recht lang, und erweist sich - wie sich im Verlaufe des Abends noch herausstellt - auch als ziemlich steinig...


 



Es ist mehr als übersichtlich im 2. Untergeschoss der Bochumer Matrix, als DEAD END vor kaum 30 Leuten den Abend eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn eröffnen. Das Quartett aus Erkelenz bei Mönchengladbach rauscht mit ihrem recht austauschbaren Sound irgendwo zwischen Death Metal und Hardcore im Eilzug an mir vorbei. Die Truppe versteht zwar sicherlich etwas von dem, was sie da auf der Bühne macht, aber hängen bleibt trotzdem nichts. Den Vogel schiesst dann Sänger/Gitarrist Marius ab, der - getreu dem Zeitplan - die nachfolgende Band namentlich mit "Changeover" ankündigt. Von seinen Bandkollegen wird er aber schnell darüber informiert, dass Changeover nicht der Name der nächsten Band ist, sondern die gleich folgende Umbaupause so genannt wird. Autsch!

Mir war bereits aufgefallen, dass erstaunlich viele Leute ein Shirt von WORDS OF FAREWELL tragen - ein Heimspiel für die Truppe aus Bochum/Münster/Marl, die heute sichtlich eine recht grosse Fanbase mobilisieren konnte. Nun bin ich bei einem Keyboard auf der Bühne immer erst mal etwas skeptisch, aber zugegeben, was die sechs Herren da vom Stapel lassen, kann sich durchaus hören und sehen lassen. Die Bühnenpräsenz (allen voran Fronter Alex) ist eine ganz andere, und auch die Songs spielen in einer anderen Liga. Musikalisch bewegt man sich auch grob im Death Metal, der ebenfalls diverse "irgendwas-core"-Einflüsse aufweist, und durch das Keyboard mitunter sehr progressiv wirkt. Eine wirklich ordentliche Sache, die Stimmung ist erstmals als "gut" zu bezeichnen, und vor der Bühne ist es wesentlich voller geworden. Ein erster Lichtblick am heutigen Abend.

Doch dieser Lichtblick schwindet bei A PLUMBERS NIGHTMARE dann auch schnell wieder. Die Reihen vor der Bühne werden wieder lichter, und das Sextett malträtiert mit zwei Sängern nicht nur meine Gehörgänge, denn diese beiden Herren gönnen einem keine Pause, und grunzen, röcheln, keifen und growlen um die Wette. Das alles ist wirklich grenzwertig, und als dann für zwei Songs freudestrahlend auch noch ein dritter (!) Sänger auf die Bühne geholt wird, und das gesangliche Durcheinander überhand nimmt, flüchte ich lieber mal zur Theke. Das ist dann doch zuviel des Guten. Zumindest sorgt die Truppe mit ihrem brachialen Sound (der jedoch aufgrund des miesen Mischers meistens nur wie Soundbrei klingt) für die ersten kleineren Pits. Ganz ehrlich: Ich bin froh, als mit "Lord of the undead" der letzte Song angekündigt wird...

Meine eingangs bereits erwähnten Bedenken scheinen sich nun zu bewahrheiten: Die drei (mehr oder weniger) lokalen Vorbands konnten jeweils "ihre" Fans mobilisieren, aber wie sieht es da bei den schottischen Deathcorelern BLEED FROM WITHIN aus? Erst ein einziges Album draußen (Album Nr. 2 folgt in ein paar Tagen), und das heutige Konzert ist der erste Auftritt auf deutschem Boden. Die "wirklichen" Fans beschränken sich vielleicht auf 10-15 Leute. Der Rest der noch verbliebenen 50-60 Leute schaut sich den Auftritt lieber gemütlich aus zweiter Reihe an. Und da beißt auch Sänger Scott Kennedy auf Granit, wenn er mehrfach vergeblich darum bittet, weiter nach vorne zu kommen. Aber okay, ein gewisser Sicherheitsabstand zum Pit, in dem immer wieder ein paar Leute wild um sich treten und schlagen ist irgendwie unumgänglich. Nichtsdestrotrotz liefern die Schotten einen wirklich ordentlichen Auftritt ab, und auch der Mischer scheint mittlerweile die richtigen Regler und Knöpfe gefunden zu haben, denn die Soundwand aus Gitarren und Drums fegt mit einer kräftigen Wucht von der Bühne. Trotzdem war die Stimmung heute aber schonmal besser. Vielleicht liegt es nur an der Kondition des Publikums. Vier Bands auf einem Sonntag sind schon eine Menge, und in dem schmalen Kellergewölbe ist es mittlerweile auch schön kuschelig warm geworden. Die Truppe präsentiert jedenfalls Songs von ihren beiden Alben, und kann mit dem neuen "The healing" ebenso punkten, wie natürlich mit dem abschliessenden "Servants of divinity". Nach 45 Minuten ist ohne Zugabe Schluss.
Ich möchte die Band gerne nochmal vor einem partyfreudigeren Publikum sehen. Hoffentlich dann im Juni beim Summerblast-Festival in Trier...



Text & Foto: Marco Zimmer