Metal Olymp

Die Größten, die Besten, die Unverzichtbarsten - die Silberlinge, die eigentlich "Goldlinge" sein müssten, weil ihr musikalisches Qualitätslevel jenseits aller einstelligen Punktevergaben liegt.

Unsterbliche Musik für die Ewigkeit!




INTO ETERNITY - The scattering of ashes

VÖ: 22. September 2006
Century Media

Na toll! Der 2004er Vorgänger war/ist ja schon seine 10 Punkte wert - UND WAS MACHE ICH JETZT?!?!
Wie ihr ja schon bereits dem Vorab-Interview entnehmen konntet, ist "The scattering of ashes" nicht nur der logische Nachfolger zum 2004er Album "Buried in oblivion", sondern toppt seinen mächtigen Vorgänger nochmals! Soll heißen: Die Songs sind kürzer - dadurch kompakter - und aggressiver. An allen Ecken und Kanten wird mit technischen Kabinettstückchen um sich geworfen ohne dabei auch nur im Entferntesten den Fluß der Songs zu stören. Die Refrains haben fast immer Jahrhundertformat und lassen dich bereits nach einmaligem Hören nicht mehr los. Oben drauf bietet der Mikro-Neuzugang - Stu Block - erst mal das gesamte Spektrum von Death-, Black- und Clean Vocals und zusätzlich eine Tonlage nach oben, als hätte der ehrwürdige Chuck Schuldiner (R.I.P) bei seiner "Painkiller"-Version, die Gesangskünste von Tim Aymar (ex-Control Denied) intravenös zu sich genommen. Irre!
Anspieltipps? HA - die Frage stellt sich erst gar nicht. JEDER Song für sich ist ein musikalisches Kleinod für die Ewigkeit! Gemessen an der Qualität der Songs ist es quasi unmöglich, irgend einen der 10 Tracks (+ Intro) hervor zu heben. "Severe emotional distress" ist sozusagen "business as usual" (und das bedeutet bereits ein hohes Level), bei "Surrounded by night" werden ein paar ruhigere Töne angeschlagen und zwischen den ganzen anderen Abrissbirnen ("Paralyzed" wurde bereits 2004 beim letzten Deutschland-Abstecher mit Kataklysm vorgestellt) würde ich "Out" als meinen persönlichen Übersong bezeichnen. Aber das sollte jeder für sich selbst heraus finden. Hier werden Fans aller Schubladen bedient, egal ob sie nun Progressive-, Power-, Thrash oder Death Metal hören - und das auch noch fernab aller Klischees. Spätestens mit "The scattering of ashes" sollte das nun jeder begriffen haben!
Und ich mache mir langsam Sorgen um unser Bewertungssystem. Muss ich die 10 beim nächsten Mal dann noch dicker schreiben?! (sw)

- 10/10 -


 

VOLBEAT - Rock the rebel / Metal the devil

VÖ: 23. Februar 2007
Mascot Records

"Keep it up my baby, don't go, don't leave it on top" heisst es in "A moment forever". Und genau das machen Volbeat auf ihrem zweiten Meisterwerk! Sie belassen es nicht bei den Glanztaten des Debüts, sie ruhen sich nicht aus, sie verweilen nicht an der/ihrer Spitze - nein, sie machen aus 100% mit Leichtigkeit 200%!!! Ja, sind die denn völlig wahnsinnig geworden? Wie schaffen die es, nochmal so ein Hammer-Album rauszuhauen?!?! Die Meister des melancholic Metal 'n Roll setzen zum ganz grossen Sprung in die Champions League an. Wie Frontsau Elvis, äähm ... Michael Poulsen uns bereits im Interview im November 2006 verriet, sollte das neue Album NOCH melodiöser werden - und scheisse noch eins, er hat Recht. So viele grandiose Melodien habe ich ja noch nie auf einem Haufen erlebt. Hört euch mal das geniale "The garden's tale" an oder die rock 'n rollig vertonte Sehnsucht in Form von "Radio girl" oder oder oder. Und das erwähnte "A moment forever" ist nur ein Beispiel dafür, dass die Dänen trotz aller Harmonie-Achterbahnfahrten auch ganz schön derbe metallisch nach vorne ballern können. Aber wer das noch nicht begriffen hat, sollte schleunigst zum Ohrenarzt. Und zum Augenarzt am besten auch gleich. Denn Volbeat werden ihren Siegeszug im April auf ihrer ersten Headlinertour fortführen. Das wird ein Rock-/Metal-Fest, welches die Welt schon lange nicht mehr erlebt hat. Wenn die Jungs so weitermachen, wird das noch 'ne ganz grosse Sache. Ich schätze, die führenden Metal-Labels schreiben schon fleissig Angebote! Solange Volbeat so bleiben, ist mir das schnurz!
Eine Band, zwei Alben für die Ewigkeit - Banger-Herz, was willst du mehr? Genau, den Druck auf die Repeat-Taste! Doppel-Höchstnote!! Keine Diskussion!!! (sw)

- 10/10 -


 

INTO ETERNITY - The incurable tragedy

VÖ: 22. August 2008
Century Media

Ist mir doch egal, was der Rest der Welt dazu sagt. Ich bin ein Metal-Fan und ich schreibe für ein Webzine (vor dem Internet hieß so was ja FAN-zine). Da muß der Enthusiasmus auch mal Auslauf haben und als geneigter Into Eternity-Fan (meine ewige Nr. 2) finde ich "The incurable tragedy" einfach wieder nur anbetungswürdig! Chuck Schuldiner (R.I.P.) hätte Band-Leader Tim Roth und seine Mannen wirklich geliebt. Erinnert doch so manche Passage immer wieder an spätere Death. Progressive Spitzfindigkeiten so weit das Auge reicht, gepaart mit einem gnadenlos mitreißenden Death/Thrash-Fundament und von geilen genre-übergreifenden Vocal-Duellen gekrönt, die die Metalwelt eben nur von den Kanadiern kennt. Was mich am meisten für die Band freut ist die Tatsache, daß das Aufnahme-Line-Up von "The incurable tragedy" das selbe ist, welches sich in den letzten zwei Jahren den Allerwertesten in den USA und Kanada abgetourt hat. Die Einheit ist unüberhörbar und sorgt dafür, daß man sich in allen Bandsegmenten zu Höchstleistungen anspornt und das dann auch noch wie selbstverständlich in einem Guss im Studio eintrümmert. Man muß es einfach gehört haben. Sonst begreift man es einfach nicht.
Jungs, falls ihr das lest - ich liebe euch auf ewig für diese unvergleichliche Musik. Es wird Zeit, daß Into Eternity wieder mal hierzulande zu sehen sind. Und der Rest der Welt kann mich mal! (sw)

- 10/10 -



 

MARIONETTE - Enemies

VÖ: 02. Oktober 2009
Listenable Records

Daß ich das noch mal erleben darf. Dieses überwältigende Gefühl, welches mich beim Hören von "Enemies" überkommt, hatte ich zuletzt bei meinem Erstkontakt mit Dark Tranquillity's "The gallery" (1995). Diese einzigartige Mixtur aus Raserei und an Verzweiflung grenzenden Melodien. Doch bis auf die schwedische Herkunft (Göteborg) besteht nicht sehr viel Ähnlichkeit, denn wir befinden uns im neuen Jahrtausend, und da ist alles erlaubt. Aber wo soll ich anfangen, wenn eine Band (im Schnitt mal gerade 20 Lenze zählend) so derbe hart und trotzdem melodisch vorgeht, aber nicht mal im Ansatz ein Klon ihres heimischen Ursprungs ist. Was tun, wenn sie up to date klingen (wer unbedingt möchte - "modern"), aber nichts mit Metalcore am Hut hat? Gar nicht erst auf der Suche nach der nächsten unentdeckten Melodie, geht das Sextett noch spartanischer vor als auf ihrem 2008er Debüt "Spite", und lässt ihre einzigartige Mischung mehr und mehr atmen, sich entfalten und Besitz vom Zuhörer ergreifen. Unzähliges Highspeed-Material wird gewürzt mit intelligent Vertracktem - fernab von unnützem Mathcore. Beatdowns verlieren im Marionette-Kontext ihren schlechten Ruf. Gesanglich steht man in der Tradition von Dark Tranquillity oder auch The Duskfall, und füllt dann und wann fast beiläufig mit kurzen, aber treffsicheren Clean-Vocals auf. Das sich durch das Album ziehende apokalyptische Endzeit-Flair erinnert in den besten Momenten an Fear Factory oder zeitweise sogar Strapping Young Lad ("Hatelust"). Da erweisen sich die Keyboards als essentiell und öffnen Tore zu neuen Welten. Nebenbei kokettiert die Band mal eben völlig frech mit Melodic Metal-Elementen, wie im "Creatures"-Refrain oder ganz abgepfiffen in "Stench of the herd". Songs wie das straighte "Through veils" oder das vielschichtige und mit der herzzereissendsten Melodie des Album endende "The lie" treiben mich seit Tagen in den Wahnsinn.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: "Enemies" ist ein perfektes, musikalisches Yin-Yang. Es ist gewalttätige Poesie und es macht hoffnungslos süchtig. Da ist die Antwort nach dem "was tun?" eigentlich simpler denn je - Höchstnote! (sw)

- 10/10 -