...at the theatre
VÖ: 30. Oktober 2009 Columbia / Sony Music
Nach ihrem 2008er Live-Album "Black symphony", auf dem der niederländische Exportschlager seinen symphonischen Metal mit klassischer Orchestrierung arrangierte, lautet die Devise auf "An acoustic night at the theatre": Weniger ist manchmal mehr, und so zieht man einfach den Stecker der E-Gitarren, reduziert das Schlagzeug auf ein Minimum und beschränkt sich auf das Wesentliche: Fantastische Songs, filigrane Feinheiten, eine zerbrechliche Instrumentierung, und eine gefühlvolle und bezaubernde Stimme von Sängerin Sharon den Adel, die dem Zuhörer neben reihenweise Gänsehaut, auch vor positiver Emotionen die Tränen in die Augen treiben möchte. Ich wundere mich ein bißchen über mich selber, denn eigentlich bin ich kein ausgesprochener Freund von Akustik-/Unplugged-Scheiben, aber Within Temptation haben mit "An acoustic night at the theatre" ein in höchstem Maße faszinierendes Klangerlebnis erschaffen. Neben bekannten Hits wie "Stand my ground", "Frozen" oder "Memories", sind es vor allem die etwas unbekannteren Songs wie "Pale" oder "Caged", die ausnahmslos überzeugen können. Und da die Niederländer natürlich keine halben Sachen machen, fährt man obendrauf noch gleich zwei Gastsänger auf: Keith Caputo (Life of Agony) bei "What have you done" und Anneke van Giersbergen (ex-The Gathering) bei "Somewhere". Als Bonus gibt es noch die neue und gefühlvolle Single "Utopia" (feat. Chris Jones) als Studio-Version. Dieses Album ist der beste Beweis dafür, daß es zwischen all den verzichtbaren Gothic-Rock/-Metal-Combos, bei denen eine mässig begabte Frau singt, auch noch qualitativ anspruchsvolle Ausnahmen und Highlights gibt. Das hier ist keineswegs Theater, sondern ganz großes Kino! (maz)
- ohne Wertung -
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