VÖ: 02. Juli 2010 Lifeforce Records
"Haunt what's left" würde ich gerne in "Like what's left" umtaufen. Das Debüt "Monuments" habe ich extra noch mal zur Kontrolle gehört, um mich zu vergewissern, dass mich die Scheibe immer noch so packt wie in 2008. Tut sie - was ist also geschehen? Die Gitarristen fiedeln immer noch ihre Schweden-Gedächtnis-Licks runter, als gäbe es kein Morgen. Die sind aber längst nicht mehr so zwingend, wie auf dem Debüt. Dazu gesellt sich eine neu entdeckte Eingängigkeit, bei der man glaubt, die Band möchte sich neuerdings auf dem NWOAHM-Markt einschleimen. Mit erstmals vertretenen Clean Vocals springt man leider unweigerlich auf den eigentlich schon abgefahrenen Zug auf. Ohne Frage, die Jungs haben immer noch ein beachtliches Aggro-Level, wirken aber im Vergleich zu "Monuments" eher so, als hatte man ihnen mindestens einen Zahn gezogen. Wo ist das Apokalyptische hin, das Unberechenbare, was so manche vertrackte Passage als Spannungsbogen verzierte? "Lamnidae" und "Revenant" (ironischerweise die beiden Tracks mit mehr Tempo) knüpfen dort zumindest noch etwas an. Der Rest ist - böse ausgedrückt - Beatdown-getränkter Standard. Wäre "Haunt what's left" ein Debüt gewesen, hätte ich wohl großmäulig "Nachahmer!" gerufen. Durch den Charakter "Zweitwerk mit Vergleichsmöglichkeit" bin ich dann eher irritiert und doch etwas enttäuscht. (sw)
- 6,5/10 -
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