THE OCEAN - Precambrian

VÖ: 09. November 2007
Metal Blade

Seitdem ich die aktuelle Disillusion kennen und lieben gelernt habe, wundert mich in Sachen Unberechenbarkeit, Freigeistigkeit und dem Vordringen in abgründige menschliche bzw. musikalische Tiefen in Bezug auf Deutschland gar nichts mehr. Und das wäre dann auch schon die einzige Gemeinsamkeit der Bands. Denn The Ocean sind fast schon abartig schön. Ein in Rillen gepresster - wahlweise auf CD gelaserter - Monolith von einem Album, von dem mir leider nur der größere Part vorliegt (regulär erscheint das Album noch mit einer MCD namens "Hadean/Archaean").
Ich versuche mir die ganze Zeit vorzustellen, wie Opeth wohl klingen würden, wenn sie aus den Staaten kommen würden, sich zeitweise mit mächtigem Doomcore füttern und dann versuchen, die Entstehung der Erde zu vertonen. Keine leichte Aufgabe? The Ocean haben es aber geschafft. Das ist nicht nur einfach Musik, das ist eine wahnsinniger Trip, der dir immer wieder neue Überraschungen vor den Latz knallt, nur um im nächsten Moment die Wunden zu lindern. Ein Fest der Gegensätze, in dessen Verlauf ich an meine ersten My Dying Bride-Hörversuche denken muss ("Turn loose the swans"). Klavier und Streicher mit leichten Gesangsstimmen duellieren sich mit mächtigen Gitarrenwänden, wuchtigen Drums und kraftvollen Shoutings. Und zwischendurch trifft man sich auch mal in der Mitte und bringt die Waage auf wundersame Art ins Gleichgewicht.
Das nenne ich mal zukunftsweisend. Und ich betone das gerne noch mal - der Kern der Band kommt aus heimischem Lande. Da muß die internationale Konkurrenz langsam ernsthaft umdenken. (sw)

- 9/10 -



 



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