SUICIDE SILENCE - No time to bleed

VÖ: 26. Juni 2009
Century Media

Ob man's glaubt oder nicht, aber "The cleansing" - das Debut-Album von Suicide Silence aus dem Jahre 2007 - ist in den Vereinigten Staaten das bis heute bestverkaufte Debutalbum einer Band aus dem Hause Century Media. Und das auch zu recht. Nachdem die junge Band mit Lob überhäuft wurde ("bestes neues Talent" - Revolver Golden Gods, "eine von 100 Bands, die man kennen muss" - Alternative Press, "heißester aktueller Newcomer" - LA Times), gilt es nun, diesen Status mit dem zweiten Album "No time to bleed" zu untermauern.
Zugegeben, leichte Kost serviert uns das Quintett nach wie vor keinesfalls. Elf Mal prügelt man sich durch teils vertrackte Deathcore-Hassbolzen, die den perfekten Soundtrack zur neuesten Zombie-Metzel-Orgie aus dem Hause George A. Romero abliefern würden. Fronter Mitch Lucker keift, grunzt und shoutet sich so abgrundtief böse durch die Songs, daß einem fast schwindelig wird. Die mitunter arg komplizierte Songstruktur mit ihrer Vielzahl an Breaks und Tempi-Wechseln erschließt sich vermutlich nicht jedem, aber wer sich für die momentan so erfolgreichen "jungen wilden" Bands wie z.B. Bring me the Horizon & Co. begeistern kann, wird an "No time to bleed" die reinste Freude habe. Wobei Freude jetzt eigentlich ohnehin das falsche Wort ist. 38 Minuten lang lassen Suicide Silence den reinsten akustischen Bombenteppich auf den Hörer niederprasseln, der dich in sekundenschnelle wie ein heimtückischer Virus infiziert, und dich blitzschnell zur Bestie werden lässt. Songs wie "...and then she bled" oder "Smoke" sind so abgrundtief böse, daß manch andere Band dagegen plötzlich völlig harmlos erscheint. Alleine der Opener "Wake up" reißt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.
"No time to bleed" ist sicherlich kein Album, das man sich in jeder Stimmungslage anhören kann (oder besser: sollte), aber wenn man erstmal den Zugang gefunden hat, wird man blitzschnell und unbarmherzig mitgerissen ... aber Achtung: No time to bleed! (maz)

-8/10 -



 



SIMPLE EXISTENZ - Das Leben vor dem Tod
SWORN ENEMY - Total world domination