MOB RULES - Radical peace

VÖ: 13. November 2009
AFM Records

Der erfreuliche Weg, den Mob Rules spätestens seit "Ethnolution A.D." (2006) eingeschlagen haben (progressivere Songs und ausgefeilteres Songwriting), wird nun auch auf Album Nummer 6 weitergeführt. Wobei der Opener "Children of the flames" - mit seinen über 7 Minuten - noch nicht so recht zünden will, aber spätestens beim nachfolgenden Uptempo-Song (und klassischem Headbangerstoff) "Trial by fire" platzt der Knoten, und die Band besinnt sich einmal mehr auf ihre Stärken. Textlich grenzt man sich glücklicherweise wieder einmal vom banalen Standard ab, und verarbeitet teils brisante geschichtliche Themen, wie z.B. beim Opener - bei dem es um die Greueltaten von KZ-Arzt Josef Mengele geht, oder auch bei der ersten Single "Astral hand", die durch die berühmte Michelangelo-Freske "Die Erschaffung Adams" im Vatikan inspiriert ist.
Mit "Warchild" ist dem norddeutschen Sextett eine wirklich großartige Bombast-Ballade gelungen, die vor Emotionen nur so sprüht, was nicht zuletzt auch an Klaus Dirks' gesanglicher Leistung liegt. Der Mittelteil des Albums, der unter dem Titel "The Oswald files" läuft, und in sechs Kapitel/Songs unterteilt ist, bietet genug Futter für jeden Freund von episch-melodischem Metal.
Und nun kommen wir leider zum Aber: Trotz aller Begeisterung für diese Band, und speziell für den Vorgänger "Ethnolution A.D.", kommen die Songs nicht über ein "gut" hinaus. Es fehlt manchmal so ein bißchen der letzte Kick, bzw. das i-Tüpfelchen. Man kann sich zwar zweifelsfrei darauf verlassen, daß Mob Rules vermutlich wohl gar kein schlechtes Album schreiben können, aber "Radical peace" bleibt für meinen Geschmack dann doch hinter dem starken Vorgänger zurück. (maz)

- 7,5/10 -



 



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