VÖ: 21. Mai 2010 Century Media
Man kann es mit der Angst zu tun bekommen, wenn man sich anschaut, mit welcher Vehemenz die Thüringer spätestens seit "Antigone" (2004) ein Knaller-Album nach dem Nächsten raushauen. Und "Invictus" wird diesen Weg auch nicht durchkreuzen, sondern ihn noch mehr festigen. Hat man bei den ersten Takten des Openers "The omen" fast fatale "The weapon they fear"-Erinnerungen, so macht das folgende "Combat" klar, wer immer noch Chef im (Metalcore-)Ring ist. Fast schwarzmetallische Anleihen vereinen sich hier mit Blastbeats, einem dezent unterlegten Dancebeat (unheimliche Dramaturgie) und unvergleichlichen Melodien. Allein dieser Song rechtfertigt schon die 9 Punkte. Was danach kommt, ist Beständigkeit auf höchstem Niveau. Denn den eigenen Stil haben Heaven Shall Burn schon längst gefunden, und ihre eigene textliche und musikalische Überzeugung sorgt für ein konstantes Qualitätslevel. "I was, I am, I shall be", "Buried in forgotten grounds" oder "The lie you bleed for" (wieder mit coolen Elektro-Spielereien) - quasi jeder Song ist ein gewaltiger Tritt in die Magengegend. Und wenn Marcus Bischoff bei Letztgenanntem dem Hörer ein wahnsinniges "Du bist nicht frei!" entgegen schreit, ist das nur richtig. Heaven Shall Burn kann man sich nicht entziehen. Nur den Abschluß "Given to death" mit Sabine Weniger von Deadlock an den Guest-Vocals empfinde ich trotz vernünftiger Performance als kleinen Schwachpunkt - wo mir Kollege Marco wahrscheinlich widersprechen wird (ja, da widerspreche ich vehement! - maz). Ansonsten sind wir uns aber wohl beide einig, dass "Invictus" abermals eine großartige HSB-Machtdemonstration geworden ist. (sw)
- 9/10 -
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